Zwei Veranstaltungen im Oktober zum Islam und den Umgang mit anderen Religionen…

Im Oktober finden zwei besondere Veranstaltungen statt, die sich einem besonderen Blick auf den Islam und den Umgang mit anderen Religionen widmen. Am 25. Oktober um 19 Uhr wird uns Hans–Christian Beutel im Rahmen des Männerkreises einen Vortrag über ‚Nathan den Weisen‘ halten — dazu sind alle ins Kaminzimmer der Gemeinde, Unioninkatu 1, herzlich eingeladen!

Am Montag, dem 29. Oktober um 18 Uhr dann der Vortrag von Nevfel Cumart: ‚Die Gärten der Erkenntnis — Einblicke in die islamische Mystik‘. In Kooperation mit dem Goethe–Institut Finnland und der Germanistik der Universität Helsinki im Rahmen der Reihe ‚Glauben und Zweifeln‘ laden wir herzlich zu einem besonderen Vortrag in den Gemeindesaal ein. … mehr zu dieser Veranstaltung.

Nathan der Weise‘ — vom Streit zum Wettstreit der Religionen, Jerusalem um 1192: Während eines Waffenstillstandes zwischen dem Kreuzfahrerheer und den muslimischen Truppen in der Stadt treffen ein jüdischer Kaufmann, ein christlicher Tempelritter und der muslimische Sultan aufeinander.

Unvermeidlich steht die Frage im Raum: „Welche der drei Religionen ist die wahre Religion?“ In seinem Theaterstück ‚Nathan der Weise‘ geht Gotthold Ephraim Lessing dieser Frage nach: Worauf gründet sich der Wahrheitsanspruch dieser drei Religionen? Und bedeutet die Wahrheit einer Religion zu behaupten zwangsläufig, die anderen beiden Religionen als falsch anzusehen?

Lessing formuliert eine überraschende Einsicht: Die Wahrheit einer Religion erweist sich in ihrer Kraft, Menschen zu echter Menschlichkeit zu befähigen. Eine Religion, die dies nicht mehr vermag, hat ihre Wahrheit verloren — was nicht heißt, dass sie sie nicht wiederfinden könnte. Anstelle des unfruchtbaren und oft gewalttätigen Streites tritt der Wettstreit der Religionen darum, ihre Wahrheit möglichst klar zu erweisen.

Nathan der Weise ist der Titel und die Hauptfigur eines fünfaktigen Ideendramas von Gotthold Ephraim Lessing, das 1779 veröffentlicht und am 14. April 1783 in Berlin uraufgeführt wurde. Das Werk hat als Themenschwerpunkte den Humanismus und den Toleranzgedanken der Aufklärung. Besonders berühmt wurde die Ringparabel im dritten Aufzug des Dramas.