KBV

Norbert Erdmann, Vorsitz Kirchenbevollmächtige (KBV)
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Die Tageslosung

Weh denen, die unrechtes Urteil schreiben, um die Sache der Armen zu beugen und Gewalt zu üben am Recht der Elenden!

Jesaja 10,1.2

Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Römer 12,2

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
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Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?

Liebe Gemeinde,

letzten Winter machte ich mich regelmäßig auf den Weg nach Otaniemi, um dort in der Kapelle mit anderen Theologiestudenten Gottesdienste zu üben. An einem Freitagmorgen traf ich im vollen Bus einen Freund und wir unterhielten uns angeregt über die Kursinhalte und unsere Erfahrungen in verschiedenen Kursen.

Wir unterhielten uns über den Heiligen Geist, über die Frage, ob es böse Menschen gibt und über die Frage, ob wir alle erlöst werden. Wir sprachen über feministische Fragen in der Theologie und fuchtelten mit unseren Händen, als wir überlegten, in welcher Haltung die Finger sein sollten, wenn wir als Liturgen das Kreuz im Gottesdienst schlagen. Im vollen Bus, in dem jeder in sein Handy versunken schien, fühlten wir uns ungestört und unbeobachtet. Bis sich ein junger Mann zu uns beugte und uns stirnrunzelnd fragte, was wir um diese Uhrzeit in diesem Bus nach Otaniemi voller Ingenieure machen. Er hatte unser Gespräch verfolgt und wir und unsere Themen wirkten wohl sehr befremdlich auf ihn. Wir erzählten ihm, dass wir beide Theologie studieren würden. Als wir auf seine kritische Nachfrage, ob wir etwa Pastoren werden wollen mit „ja“ antworteten, hagelte es kritische Kommentare über die Kirche und über den Pfarrberuf. Im ersten Moment fühlte ich mich angegriffen und hätte am liebsten geschwiegen und das Gespräch nicht weitergeführt. Aber stattdessen erzählten wir offen über unsere Motivationen als Pastor und als Pastorin zu arbeiten, über die Herausforderungen, vor der die finnische Kirche im Moment steht und was wir darüber denken.

Und dann bekam das Gespräch eine überraschende Wendung. Unsere ehrlichen Antworten hatten das Eis gebrochen und die restliche Busfahrt unterhielten wir uns angeregt über die Kirche, über den Pfarrerberuf und über ihre Rolle in der Gesellschaft.

Ein Gespräch mit einer überraschenden Wendung führten auch zwei Jünger von Jesus, als sie sich nach Jesus Tod auf den Weg nach Emmaus machten.

Unterwegs begegnen sie einem Fremden. Der Fremde ist der auferstandene Jesus. Die beiden erkennen ihn jedoch nicht. Jesus fragt nach, als die Jünger sich über die traurigen Geschehnisse der letzten Tage unterhalten. Er hört zu und lässt sich alles erzählen. Dann jedoch weist er sie scharf zurecht: „O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ Jesus legt den beiden die ganze Schrift aus. Aber noch immer erkennen sie ihn nicht. Erst am Abend, als Jesus das Brot bricht und ihnen reicht, gehen ihr Augen auf und sie erkennen ihn. Im selben Moment verschwindet Jesus. Die beiden Jünger kehren aufgeregt um und gehen zurück nach Jerusalem um zu erzählen was sie gesehen und erfahren haben. Nachdem Jesus verschwunden ist, unterhalten sie sich und fragen:

Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege
und uns die Schrift öffnete?
Lk 24, 32; Die Geschichte der Emmausjünger (Lk 24, 13–35)

Das Gefühl für etwas zu brennen, etwas gerne von ganzem Herzen zu tun, ist ein großartiges Gefühl. Nachdem den Jüngern Jesus erschienen ist, wussten sie, wohin ihr Weg sie führt und was sie tun wollen. Sie wollen von Jesus erzählen.

Meine Geschichte aus dem Bus nach Otaniemi erzählt nicht nur von einem überraschenden Gespräch mit einem Fremden. Sie erzählt auch davon, dass es manchmal Mut verlangt zu erzählen, woran ich glaube und was ich machen möchte — ich möchte von Jesus erzählen.

Wer wie die Emmausjünger Jesus erkennt, der sieht auch die Welt mit anderen Augen.

Die Neugier und den Mut Jesus immer besser kennenzulernen, den Mut wünsche ich mir und Ihnen! Ich wünsche Ihnen und euch gesegnete Ostern.

Annika Schmidt

 


Das Geistliche Wort von Annika Schmidt, stud.–theol., Gemeindepraktikantin in der Deutschen Evangelisch–Lutherischen Gemeinde in Finnland (DELGiF), erschienen im Gemeindebrief ‚Deutsch–Evangelisch in Finnland‘, April 2016.


Stud.–theol., Gemeindepraktikantin im Frühjahr 2016