Wir möchten zur Geburt Ihres Kindes herzlich gratulieren — ein neues Mitglied in der Familie ist eine Freude für alle! Wenn die Taufe in der Deutschen Kirche in Helsinki stattfinden soll, wird die Kirche direkt beim Küster reserviert, und wenn ein Pastor der Gemeinde das Kind taufen soll, muss auch dieser bestellt und die Zeit zur Taufe reserviert werden. Die Taufe kann auf Deutsch, Finnisch oder Schwedisch vollzogen werden — auch mehrsprachige Taufen sind möglich.

Ein Kind wird durch die Taufe Mitglied einer Gemeinde. In Finnland wird das Kind bei der Taufe meist in der Gemeinde der Mutter eingeschrieben. Wenn die Eltern sich dafür entscheiden, dass das Kind in der Gemeinde des Vaters eingetragen werden soll, muss die Mutter mit einem Formblatt zuvor ihre schriftliche Zustimmung dazu geben.

In Finnland werden die Kinder meist durch die Taufe im Bevölkerungsregister registriert. Dies geschieht automatisch. Wenn die Eltern das Kind erst später taufen lassen möchten, können sie das Kind auch gleich nach der Geburt im Magistrat registrieren lassen. Bei der Taufe handelt es sich in diesem Fall um eine sogenannte ‚Erwachsenentaufe‘.

Oft findet die Tauffeier bei der Familie zu Hause statt. Wenn die Taufe in der Deutschen Kirche in Helsinki stattfinden soll, wird die Kirche beim Küster reserviert, Telefon +358 50–3239 598 und mit Hilfe des Formulares zur Terminanfrage. Wenn ein Pastor der Deutschen Gemeinde das Kind taufen soll, muss auch dieser bestellt und die Zeit zur Taufe reserviert werden. Die Taufe kann auf Deutsch, Finnisch oder Schwedisch vollzogen werden — auch mehrsprachige Taufen sind möglich.

Notwendige Dokumente

Nach der Geburt des Kindes wird der Mutter über die Gemeinde ein Formular vom Bevölkerungsregister mit der Personenkennziffer des Kindes zugeschickt — auf dieses Formular tragen die Eltern den Namen des Kindes ein. Zur Registrierung des Kindes vor der Taufe wird das ausgefüllte Formular direkt zum Magistrat gebracht. Wird die Registrierung des Kindes durch die Taufe gewünscht, muss dieses Formular mit Namen und Personenkennzeichen der Paten und den Unterschriften der Eltern dem Taufpastor vor der Taufe gebracht werden.

Ein Kind wird in erster Linie in der Gemeinde der Mutter eingeschrieben. Wenn die Eltern in verschiedenen Gemeinden eingeschrieben sind, kann das Kind auch in der Gemeinde des Vaters eingeschrieben werden — jedoch nicht allein ohne Eltern.

Von Paten, die kein finnisches Personenkennzeichen haben, wird ein Amtsschein von der Gemeinde gebraucht, das die Gemeindezugehörigkeit bestätigt.

Kontakt mit dem Pfarramt

Die Taufe kann bei der Tauffamilie zu Hause oder in der Kirche stattfinden.

Ihre Ansprechpartner sind Hauptpastor Matti Fischer, Telefon +358 50–5942 485, E–Mail hauptpastor@deutschegemeinde.fi, Reisepastor Hans–Christian Beutel, Telefon +358 40–5408 504, E–Mail reisepastor@deutschegemeinde.fi, und Merja Viiri in der Kanzlei der Deutschen Evangelisch–Lutherischen Gemeinde in Finnland, Telefon +358 9 6869 8510, E–Mail kanzlei@deutschegemeinde.fi.

Die Paten des Täuflings

Bei einer Taufe werden zwei Paten benannt. Diese müssen aktuell in einer Gemeinde als konfirmierte Mitglieder eingeschrieben sein. Auch Paten anderer christlicher Konfessionen sind zugelassen, wenn mindestens ein Pate Evangelisch–Lutherisch ist.

Von den Paten muss das finnische Personenkennzeichen angegeben werden — wenn es sich um Personen handelt, die keine finnischen Personenkennzeichen haben, muss die Gemeindezugehörigkeit durch einen Amtsschein bestätigt werden.

Was bedeutet die Taufe?

Die Taufe ist der Ritus der Aufnahme in die christliche Gemeinde. Er wird durch Begießen des Kopfes mit Wasser oder Untertauchen vollzogen.

Die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer (Matthäus 3,13–17; Markus 1,9–11; Lukas 3,2lf.; Johannes 1,32–34) ist der historische Ausgangspunkt der christlichen Taufpraxis. Bei ihr handelt es sich religionsgeschichtlich um etwas völlig Neues. Obwohl Jesus der Taufe zentrale Bedeutung beimisst, ist nur an einer Stelle davon die Rede, dass Jesus selbst taufte (Johannes 3,22). Erst der auferweckte Christus gebot seinen Jüngern die Taufe (Matthäus 28,19f.). In der urchristlichen Gemeinde wurde die Taufe von Anfang an praktiziert und bedeutete die Aufnahme in diese Gemeinschaft (Apostelgeschichte 2,38.41). Die Taufe wird im Namen bzw. auf den Namen Jesu Christi vollzogen. Durch sie wird die Vergebung der Sünden gewährt. Und es wird die Gabe des Heiligen Geistes verheißen.

Spätestens seit dem 3. Jahrhundert hat sich die Praxis der Kindertaufe durchgesetzt. In der Taufe wendet sich Gott Menschen zu, ohne Vorbedingungen zu stellen. Die Taufe ist Geschenk Gottes. Und dieser Geschenkcharakter kommt am anschaulichsten in der Säuglingstaufe zum Ausdruck. Denn der Mensch kann von sich aus nichts zu seinem Heil tun. Wird ein Säugling getauft, so bekennen Eltern und Paten/Patinnen gleichsam stellvertretend den christlichen Glauben. Zugleich verpflichten sie sich, dafür zu sorgen, dass der Täufling in diesen Glauben hineinwächst und ihn in der Konfirmation schließlich eigenständig bekennt.

So viel Gemeinsamkeit wie bei der Taufe gibt es weder beim Abendmahl noch beim Kirchen– und Amtsverständnis. Dieses hohe Maß an Gemeinsamkeit — es gilt vor allem für die evangelische und die römisch–katholische Kirche, die im Grundverständnis der Taufe übereinstimmen, sowie mit Einschränkungen für die orthodoxen Kirchen — lässt sich schon daran erkennen, dass nicht von katholischer oder evangelischer, sondern nur von der Taufe die Rede ist (anders beim Abendmahl). Der Grund hierfür ist in der Art und Weise zu sehen, wie die Taufe durchgeführt wird. Sie muss mit Wasser im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (bei dreimaligem sichtbarem Begießen) vollzogen werden. Hinzu kommt das Bekenntnis des Glaubens durch den Taufkandidaten, das im Falle der Säuglingstaufe die Eltern und Paten/Patinnen stellvertretend für den Täufling sprechen. Die Taufe markiert die Aufnahme in die eine christliche Kirche. Diese verwirklicht sich nach evangelischem Verständnis nicht in einer Kirche allein.