KBV

Norbert Erdmann, Vorsitz Kirchenbevollmächtige (KBV)
Telefon +358 50 532 1975‬
E–Mail kbv@deutschegemeinde.fi

Mitglieder der Gremien und KBV

Gremien

Kirchenbevollmächtigtenversammlung (KBV)
Kirchenrat (KR)
Finanzausschuss (FA)
Wahlausschuss
Kindergartendirektion
Kirchenmusikalischer Ausschuss
Bauausschuss
Diakonievorstand
DSWH–Geschäftsleitung
DSWH–Fondsvorstand
Kapellenrat Turku (Åbo)

Die Tageslosung

Sie gieren alle, Klein und Groß, nach unrechtem Gewinn, und Propheten und Priester gehen alle mit Lüge um und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: »Friede! Friede!«, und ist doch nicht Friede.

Jeremia 6,13-14

Ein jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Denn man pflückt nicht Feigen von den Dornen, auch liest man nicht Trauben von den Hecken. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens.

Lukas 6,44-45

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
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1858–2008: 150 Jahre Deutsche Gemeinde

Ein kurzer geschichtlicher Abriß zur Deutschen Evangelisch–Lutherischen Gemeinde in Finnland: Während des wirtschaftlich guten 19. Jahrhunderts siedelten deutschsprachige Beamte, Kaufleute und Handwerker vor allem aus Lübeck und Preussen wie aus dem Baltikum und Russland nach Finnland. Mit der Zeit kam in den deutschsprachigen Kreisen der Wunsch auf, Gottesdienste in deutscher Sprache feiern zu können. Bereits seit 1838 gab es in Helsinki (Helsingfors) eine kirchenrechtliche Grundlage für die Abhaltung deutschsprachiger Gottesdienste und so wurden deutsche Gottesdienste in diesen Jahren unter anderem auf der Inselfestung Suomenlinna (Sveaborg) gehalten, später in der Kapelle der Gardekaserne und, nach einem offiziellen Gesuch, in der Kapelle der damaligen Nikolaikirche, der heutigen Domkirche.

Der Wunsch nach einer selbstständigen Gemeinde mit einem eigenen Pfarrer und eigenen Kirchenbüchern wuchs. Als Vorbild hatte man die bereits 1743 gegründete Deutsche Gemeinde in Viipuri (Wiborg) / 1743–1949. Mit wohlwollender Unterstützung des damaligen Generalgouverneurs in Finnland, Graf Friedrich Berg, wurde im August des Jahres 1858 durch Erlass des Zaren Alexander II. die Gründung einer selbstständigen Deutschen Gemeinde in Helsinki (Helsingfors) innerhalb der damaligen finnischen Staatskirche ermöglicht. Der wohl wichtigste Abschnitt dieses Dekrets lautet:

… wir haben es für gut befunden, den Gemeindemitgliedern des evangelisch–lutherischen Bekenntnisses in Helsinki, deren Muttersprache Deutsch ist, zu erlauben, eine besondere Muttergemeinde zu gründen mit eigenem Pastor, den sie ohne Vorschlag berufen dürfen, mit eigenen Kirchenbüchern…
zitiert: Geert Sentzke, Deutsche Gemeinde Helsinki (Helsingfors), 1858–1971, Seite 39

Der Erlass des Zaren beschreibt eigentlich die bis in die heutige Zeit hinein gültigen, besonderen Rechte, die der Deutschen Gemeinde, die ja eine Gemeinde der Finnischen Kirche und dem Stift Borgå zugehörig ist, eingeräumt sind. Es ist das Recht, in der Ausübung ihres kirchlichen Verkündigungsauftrags die deutsche Sprache anzuwenden und einen Pfarrer/eine Pfarrerin aus Deutschland zu berufen. Schnell wuchsen der Wunsch und das Engagement für den Bau einer eigenen Kirche, mit dem im Jahr 1862 begonnen und im November 1864 mit der Einweihung der Kirche abgeschlossen werden konnte.

In einem Zeitungsbericht aus der damaligen Zeit wird die Lage der Kirche bedauert: Am Stadtrand gelegen, umgeben von recht kargem Fels–, Baum– und Strauchbestand sowie einem Magazin und einem städtischen Lagerhaus in unmittelbarer Nachbarschaft.

Zwischen der Gründungszeit und heute liegt eine lange Zeit der Entwicklung der Stadt wie auch der Kirche, des Gemeindezentrums und –lebens. Die Kirche liegt nun in wunderschöner Lage am Rande der Innenstadt, umgeben vom Observatoriumspark und in unmittelbarer Nähe des belebten Südhafens. Um die Kirche herum, die erst Ende des 19. Jahrhunderts den ihre Silhouette prägenden, schlanken Turm erhielt, haben sich im Laufe der Zeit Pfarrhaus, Gemeindehaus und Kindergarten mit Gartenanlage gruppiert, sodass das Gemeindezentrum von der Anhöhe des Observatoriumshügels her betrachtet fast ein wenig wie eine kleine Klosteranlage wirkt — geborgen im Grünen und doch in das städtische Leben eingelassen. Die Wärme ausstrahlende familiäre Kirche ist auch als Hochzeitskirche und als Raum für Konzerte sehr beliebt.

1928 wurde das Seniorenwohnheim in Munkkiniemi (Munksnäs) gegründet, das damit im August des Jubiläumsjahres 2008 festlich sein 80–jähriges Jubiläum feiern konnte. Das Seniorenwohnheim wie auch die Arbeit der Gemeindeschwester sowie des Gemeindekindergartens (seit 1977) zeigen bis in die Gegenwart hinein sehr deutlich, wie wichtig der Gemeinde von Anfang an der diakonisch–soziale Bereich war.

Heute umfasst die Deutsche Gemeinde in Finnland, wie sie seit der Vereinigung der Gemeinden Turku (Åbo) und Helsinki (Helsingfors) im Jahre 1990 offiziell heißt, knapp 3.000 Mitglieder, die über ganz Finnland verteilt sind. Von ihnen leben ca. 80 % im Großraum Helsinki (Helsingfors). Zum Vergleich: 1858 waren es 262 und 1900 795 Mitglieder.

Seit Bestehen der Gemeinde ist sie nicht nur religiöser Mittelpunkt, sondern auch ein Ort und Treffpunkt für viele andere gesellschaftliche Aktivitäten, wie gemeinsames Musizieren, Diskussionen und Feiern. Es kommt zu einer Vielzahl von Begegnungen, die weit über den Kreis der Gemeindeglieder hinausgehen. Die Gemeinde ist, nun im Alter von 150 Jahren, eine lebendige und aktive Gemeinde inmitten der Finnischen Kirche – zugleich aber auch, nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), immer auch verbunden mit dem kirchlichen Leben in Deutschland. Das Jubiläum im Jahre 2008 war also wirklich ein dankbarer Anlass für das gemeinsame Feiern der Gemeinde.

Die Kirche liegt an der Ecke von Bernhardinkatu (Bernhardsgatan) und Unioninkatu (Unionsgatan) in Helsinki (Helsingfors).

Herzlich willkommen!